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Mitarbeiter machen Marken erfolgreich – oder auch nicht

Unternehmen investieren viel in den Aufbau und die Entwicklung von Marken, denn starke Marken sind entscheidend im Wettbewerb. In der Markenführung werden viele Instrumente virtuos orchestriert. Ein ganz wesentlicher Faktor wird jedoch noch wenig genutzt: Der Mitarbeiter als wichtigster Markenbotschafter.
Zufriedene und begeisterte Mitarbeiter sind die besten Referenzen. Sie tragen ihre positive Ausstrahlung und Leidenschaft für Produkt und Unternehmen authentisch in die Welt. Doch wie lässt sich echte Begeisterung wecken?


©Alexey Kuzma

Mitarbeiter als Markenbotschafter. ©Alexey Kuzma


Begeisterung lässt sich nicht durch Schulungen vermitteln

Wenn Mitarbeiter also den Fan in sich entdecken sollen, lässt sich das nur schwer durch alleinige Vorgabe von Markenwerten erreichen. Eine Grundvoraussetzung für Begeisterung ist ein hoher Grad an Bindung zum Unternehmen. Denn emotional gebundene Mitarbeiter haben zum Beispiel einen positiven Einfluss auf die Kundenzufriedenheit (Wagner & Harter, 2006) und sie empfehlen Produkte und Arbeitgeber deutlich öfter weiter (Gallup Engagement Index 2014).

In Deutschland sind nur 15 % der Arbeitnehmer in hohem Maße emotional an ihr Unternehmen gebunden. Die große Mehrheit von 70 % ist dies nur mäßig. Fast 15 % haben innerlich gekündigt (Gallup Engagement Index 2014).

Bindung entsteht, wenn die Erwartungen mit dem übereinstimmen, was letztlich gelebt und erlebt wird, z.B. Wertschätzung, die Möglichkeit zur Verwirklichung persönlicher Ziele, Arbeitsbelastung. Kontraproduktiv auf die Bindung und somit Begeisterung wirken sich negative Arbeitsumstände aus, zum Beispiel dauerhafter Druck und Überforderung. Entgegenwirken kann man durch physische und mentale Unterstützung, die sich positiv auf die Stress-Resilienz auswirkt und wie ein Puffer die Bindung schützt (Sawang & Newton, 2014).


©BONNINSTUDIO

Keine Bindung, keine Begeisterung. ©BONNINSTUDIO


Für den geistigen Hochleistungssport trainieren

Begeisterung und Gesundheit müssen sich im Arbeitsalltag einer permanenten Belastungsprobe unterziehen. Die moderne, digitalisierte Arbeitswelt stellt höchste Ansprüche an uns. Wir betreiben geistigen Hochleistungssport – trainiert werden wir dafür aber nicht. Wir stürzen uns in den Wettkampf und powern uns aus ohne Regenerationsphasen. Professionelle Unterstützung von Unternehmensseite gibt es (in der Regel) noch selten. Ziel sollte es aber doch sein, dauerhaft leistungsfähig zu bleiben um belastenden Arbeitssituationen besser begegnen zu können, statt sich nach und nach innerlich vom Unternehmen zu distanzieren.

„Eines ist klar, den Unternehmen steht ein Wertewandel bevor.“
Sandra Capel

Eines ist klar, den Unternehmen steht ein langfristiger Wertewandel bevor, es gilt für die Zukunft kulturell-eingefahrene Systeme zu verändern.
Kurzfristig jedoch besteht die Aufgabe darin, die negativen Einflüsse zu mildern. Besonders die mentale Arbeitswelt-Gestaltung bietet viele Hebel, wie z.B. bewusste Nutzung von Leistungskurven, Time-Off Management oder Creative Empowerment. Wenn Mitarbeiter verstehen, wann sie leistungsfähig sind und wann sie sich aus dem Stress nehmen sollten, können schon kleine Interventionen helfen und auch in der Kunst finden sich interessante Ansätze.
Haben Sie beispielsweise schon einmal zwischen zwei Meetings den Kopf in eine Videoinstallation gesteckt und für fünf Minuten die Welt um sich herum vergessen? Klingt schräg? Soll es auch. Denn Ihren Businessalltag kennen Sie ja bereits. Der hilft Ihnen dabei effizient und routiniert zu agieren. Aus der stressigen Situation nimmt er Sie aber nicht und neue Ideen können so auch nicht entstehen. Bereits diese kurze Regernationsmaßnahme nimmt ihr Gehirn dankbar auf. Der Fokus wird verändert, Anspannung genommen.

Es geht darum, die individuelle Leistungsfähigkeit einschätzen zu lernen und sie so einzusetzen, dass Energie effizient genutzt werden kann. Sowohl für den Beruf, als auch für das Privatleben. Denn nur dann kann man wieder Begeisterung für das Entdecken, was man tut und andere damit anstecken.

Sandra Capel
Ist Arbeits- und Organisationspsychologin sowie systemischer Coach. Sie blickt auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in HR- und Recruiting zurück, sowohl in Personaldienstleistung als auch Konzern. Zuletzt verantwortete sie sechs Jahre das Employer Branding bei Vodafone Deutschland.
Heute leitet Sandra Capel das Düsseldorfer Büro der artevie GmbH, einem spezialisierten Beratungs- und Lösungsanbieters, der Unternehmen unterstützt durch nachhaltig leistungsfähige Mitarbeiter dauerhaft erfolgreicher zu sein.

www.artevie.de

© Michael Neuhaus

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